Sonderausstellung – Neues Museum „China und Ägypten. Wiege der Welt“

Neues Museum
„China und Ägypten. Wiege der Welt“, so heißt die Sonderausstellung im staatlichen Museum, die noch bis zum 03.12.2017 läuft. Gezeigt werden rund 250 altägyptische und altchinesische Kunstschätze, die in die fünf Themengebiete, Lebenswelten, Schrift, Totenkult, Glaubenswelten und der Herrschaft und Verwaltung unterteilt sind. Die Exponate sind in der Zeit von 4500 v. Chr. bis in die griechisch-römische Zeit 3. Jahundert n. Chr. anzusiedeln. Die Leihgaben aus dem Reich der Mitte und Ägypten sind zum ersten Mal im direkten Vergleich in Berlin zu sehen.

Beide Zivilisationen hatten keinen direkten Kontakt zueinander, daher sind die gezeigten Exponate umso eindrucksvoller – da sie überraschend viele Gemeinsamkeiten aufweisen. Beispielsweise im Bau von Häusern und Möbeln, dem fertigen von Kleidern, dem Ackerbau und der Viehzucht und selbst in Keramiken, Schmuck sowie den Zahlungsmitteln kann der Besucher die Objekte aus China und Ägypten in unterschiedlicher Gestallt, im direkten Vergleich betrachten.

Lebenswelten
Luxusgüter jeglicher Art gehören sicherlich zu den Objekten, die dem Besucher noch lange nach Ausstellungen im Gedächtnis bleiben, da sie den Alltag in ihrer Funktion und Schönheit stets bereichert haben. So auch das altägyptische Glas und das chinesische Lackgeschirr, dass nicht nur das handwerkliche Können der Kulturen beweist, sondern auch den Sinn fürs schöne. Unter den Luxusgütern finden sich, kunstvoll ausgearbeitet Schmuckstücke. Die in ihrer Art bis in die heutige Zeit, in Form und Struktur vergleichbar sind.

Stielende in Form eines menschlichen Gesichts, Bronze, Westliche Zhou-Dynastie,
1050–771 v. Chr., © Shanghai Museum

Schrift
Von einfachen zu komplexen Strukturen, so entwickelt sich jede Kultur. So auch die Entwicklung von Ackerbau und Viehzucht, die eine Zählung und Benennung von Waren auslöst und zu einer Entstehung von größeren Siedlungen führt – was zwangsläufig zum Warenaustausch und somit zur
Entwicklung der Schrift geführt hat. Diese Zusammenhänge sind mit unter ein Grund, dass in Hochkulturen komplexe Wirtschaftssysteme entstehen konnten. Ausgestellt sind Schreibwerkzeuge wie altägyptische Platten und chinesische Tuschebehälter, die mit den einfachsten Mitteln damaliger Zeit dies beweisen.

 

China und Ägypten. Wiegen der Welt
06.07.2017 bis 03.12.2017
Neues Museum
© Foto: David von Becker

Totenkult
In vielen Kulturen war es üblich den Leichnamen Feuerzubestatten. In Ägypten und China wurden die Verstorbenen, der gehobenen Schichten, in Särgen und Grabanlagen bestattet. Ihnen wurden aufwendig gestaltet Grabbeigaben für das Leben nach dem Tod mitgegeben. Jede der beiden Kulturen hatte einen zentralen Gedanken. Während bei den Ägyptern der Leichnam nach der Mumifizierung ein Garant fürs weitere Leben im Jenseits war, war es bei den Chinesen die Aufnahme in die Reihe ihrer Ahnen. Objekte die diese Annahme stützen sind beispielsweise schützende Amulette und Jade-Auflagen. Der Höhepunkt der Ausstellung spiegelt sich im Jadegewand wieder, die eine Leihgabe aus dem Xuzhou-Museum ist. Das wird mit einer bemalten Mumienhülle aus dem Alten Ägypten in Beziehung gesetzt.

Glaubenswelten
Das Unvorhersehbare geht stets mit religiösen Vorstellungen einher. Menschen sahen sich schon immer durch Umwelteinflüsse bedroht und schufen sich Götter, Geister und Dämonen, um die eigene Welt erklärbar zu machen. Während in Ägypten der Götterkult betrieben wurde, war in China das kosmische Götterbild mit seinen Geistern und Ahnenkulten vorherrschend. So unterschiedlich sind auch die Exponate aus beiden Kulturen. Um die verschiedenen Darstellungen zu zeigen, wurden ägyptische Götterfiguren, wie etwa der bronzenen Horusfalken aus Ägypten mit einem chinesischen Bronzespiegel gegenübergestellt.

Herrschaft und Verwaltung
Die Stellung des Pharaos als oberster Führer und Gottheit steht im Gegensatz zum alten China
mit seinen Kaisern und dem „Mandat des Himmels“. War es bei den Ägyptern theologisch nicht legitimierbar das der Pharao seiner Macht enthoben wurde, so waren die alten Chinesen wesentlich pragmatischer mit der Institution des Kaisers. Ein Scheitern des chinesischen Kaisers konnte als „Gunstentzug des Himmels“ interpretiert werden, so wurde eine Machtenthebung legitim. Um die Machstellung der Herrscher zu belegen, werden Statussymbole wie etwa ein bronzenes ding-Gefäß oder eine yue-Streitaxt aus China und ägyptische Herrscher Porträts ausgestellt.

Diese außergewöhnliche Ausstellung konnte nur durch ein Kooperationsabkommen zwischen dem Staatlichen Museen zu Berlin und dem Shanghai Museum, die 2014 geschlossen wurde, zustande kommen. Die Ausstellung bietet neben tragbaren Audiogeräten auch ertastbare Exponate.

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Neues Museum
Bodestraße
10178 Berlin

vollständig rollstuhlgeeignet

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