Rundweg im Grunewald des „Wald. Berlin. Klima“

Das Waldwohnzimmer.

Mit Fragen beginnt die Zukunft, die wir nur begreifen, wenn wir uns ihr stellen. Beantwortet werden Fragen rund um den Wald entlang einer vier Kilometer langen Wegstrecke mitten im Grunewald von „Wald. Berlin. Klima“. An 11 Informationsinseln finden sich Wegweiser für ein nachhaltiges Denken. Ein nachhaltiges Denken beginnt bereits im Kopf – um so früher dieses ins Bewusstsein eindringt, desto größer die Wahrscheinlichkeit, es positiv zu beeinflussen.

Was genau bedeutet Nachhaltigkeit?

Ein Wald ist nachhaltig, wenn nur so viele Bäume gefällt werden, wie sie nachwachsen können. Ein sorgsamer Umgang mit der Natur bedeutet ein sorgsamer Umgang mit Rohstoffen – diese sollen allen Lebewesen zur Verfügung stehen. Nachhaltigkeit kann bedeuten, den eigenen Wasserverbrauch einzuschränken oder Kleidung wiederzuverwenden. Zur Nachhaltigkeit kann jeder einen Beitrag leisten.

Naturnahe-Ausstellung „Wald.Berlin.Klima“

Eine lebendige Ausstellung inmitten des ca. 3100 Hektar großen Areals im Grunewald bietet nicht nur Erholung und Regeneration, sondern lässt Besucher staunen. Viele geschützte und bedrohte Tier- und Pflanzenarten finden sich im Grunewald, die meisten kommen nur in weitgehend intakten Wäldern vor.

Tier- und Pflanzenarten

An bedrohten Tierarten findet man im Grunewald beispielsweise den ca. 8 cm großen, vom Aussterben bedrohten Hirschkäfer, der sich unter wärmenden Totholz wohlfühlt. Oder den auf der „Roten Liste“ stehenden und selten vorkommenden Eremit-Käfer. Er misst ca. 4 cm und liebt es, sich in den Höhlen alter Bäume zu verstecken. Ihn hervorzulocken gelingt nur mit speziellen Ködern. Im Grunewald beheimatet sind auch einige hübsch anzusehende Vogelarten, wie den ca. 14 cm großen Kleiber, der sich ebenfalls in Baumhöhlen wohlfühlt. Zwischen März und April, wenn der Wald wieder grün wird, kann man die ca. 20 cm großen Leberblümchen mit ihrem zarten blauen Blüten im Wald finden. Solche Anblicke lassen Besucher den Wald Wertschätzen.

Grunewald in seinem jetzigen zustand

Der Grunewald hat einen Bestand von ca. 56 % Kiefern, 26 % Eichen, 8 % sind Birken und 6 % Buchen. Die einzelnen Baumarten sind markiert durch Schautafeln und lassen sich auf dem Ausstellungspfad „Wald.Berlin.Klima“ leicht bestimmen. Es geht um das Begreifen der Zusammenhänge, teils ertastbar, teils anschaulich dargestellt.

Monokulturen vs Mischwald

Es gilt den Wald wieder in seine natürliche Form eines Mischwaldes umzustrukturieren. Aus rein wirtschaftlichen Gründen würde man annehmen, dass eine Monokultur des Bestandes im Wald mehr Ertrag bringt. Bäume gleicher Art unterstützen sich bei Krankheit gegenseitig über ihr Wurzelwerk mit Wasser und Nährstoffen. Sie können sich im Ultraschallbereich vor Feuer und Schädlingen warnen. Somit sollte man meinen, dass eine Monokultur im Wald die bessere Wahl ist.

Dem ist aber nicht so, da sich Monokulturen nicht ergänzen können. Mischwälder sind besser mit Licht, Wasser und Nährstoffen versorgt, was sie weniger anfällig für Trockenheit und Schädlinge macht. Mischwälder mildern den Klimawandel und sind als Lebensraum bereichernd, weil sie CO2 länger und besser speichern können. Unabhängig vom Alter und der Baumart sind Mischwälder laut aktueller Forschung 15 % produktiver als Monokulturen.

QR-Codes auf den Infotafeln

Weiterhin informiert die Ausstellung über den CO2-Ausstoß, deren Bedeutung für die Stadtbevölkerung sowie der Klimapolitik im globalen Kontext. Zudem befasst sie sich mit den Folgen des Klimawandels und den Zusammenhängen im Alltagsleben der Besucher. Über QR-Codes, die auf den Informationstafeln vorhanden sind, kann bereits erworbenes Wissen vertieft und erweitert werden.

Eine interaktive 360° Begehung des Rundweges finden Sie unter :  „Wald. Berlin. Klima